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Augen auf beim Erdbeer- und Spargelkauf!

erdbeerstand

Beim Verkauf von Spargel und Erdbeeren geht nicht immer alles mit rechten Dingen zu. Darauf macht Klaus Pankow, Abteilungsleiter der Hessischen Eichdirektion, aufmerksam. „Augen auf beim Kauf von Spargel und Erdbeeren kann sich lohnen“.

Wie korrekt beim Wiegen gearbeitet wird, hat in den vergangenen Tagen die Hessische Eichdirektion (ehemals Eichämter) landesweit untersucht. An 183 verschiedenen Standorten – Straßenverkauf, Hofläden, Obst- und Gemüseabteilungen von Supermärkten – haben in ganz Hessen, von Kassel bis in den Odenwald, Stichprobenprüfungen zum Erdbeer- und Spargelverkauf stattgefunden. Besonderes Augenmerk wurde auf die verwendeten Waagen gerichtet. Ist die Waage überhaupt geeicht, richtig aufgestellt und wird sie richtig bedient? Dabei wurden durch die Eichbeamten in über 40 Prozent der Fälle Beanstandungen festgestellt. In der Hälfte dieser Fälle waren die Waagen „schief“ aufgestellt, was dazu führt, dass das angezeigte Gewicht nicht korrekt ist.

„Wichtig ist auch, dass die Verpackung wie z.B. die Pappschale für die Erdbeeren nicht mitgewogen wird. Eine solche Schale wiegt allein üblicherweise ca. 25 Gramm, und das Mitwiegen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar“, so Pankow. Das Betrugspotential ist offensichtlich: Der Verkäufer nimmt durch das Mitwiegen bei einer 500-Gramm-Packung immerhin fünf Prozent mehr ein – und das im Zweifel über den ganzen Tag. „Vor dem Wiegen muss die Tara-Taste gedrückt werden. Der Kunde kann das auch daran erkennen, dass die Waage ohne Verpackung einen negativen Wert, also z.B. -25 Gramm anzeigt“.

Manchen unehrlichen Verkäufer kam das Mitwiegen der Verpackung teuer zu stehen: Die Eichbehörden verwarnten in sechs Fällen. Und in vier Fällen waren die Verstöße so deutlich, dass Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wurden. Denn wer bei unehrlichen Wiege-Praktiken erwischt wird, muss mit Bußgeldern rechnen. Gründe gab es dafür offensichtlich mehr als genügend: Allein in 19 Fällen war die Eichgültigkeit der Waagen abgelaufen, und in 21 Fällen wurde die Verpackung mitgewogen.

Schwarze Schafe auch bei Fertigpackungen

Neben dem offenen Verkauf von Erdbeeren und Spargel überprüften die Eichämter vor Ort auch bereits fertig abgepackte Ware im Handel. Schwarze Schafe wurden auch hier entdeckt: In zwölf von 160 Fällen war zu wenig in der Verpackung. Hier sollte der Verbraucher von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Waren vor dem Bezahlen auf die Kontrollwaagen im Laden zu legen, um das angegebene Gewicht zu überprüfen. Eine Möglichkeit, die fast überall gegeben ist.

Die Kontrollen im Saisongeschäft wird die Hessische Eichdirektion zum Schutz der Verbraucher regelmäßig wiederholen. Aber auch jede Kundin und jeder Kunde kann durch aufmerksames Beobachten einen Beitrag zur Lauterkeit im Handel leisten.

In Verdachtsfällen kann sich der Verbraucher an die Eichbehörden wenden. Die Hessische Eichdirektion ist für die Marktüberwachung im Bereich Mess- und Eichwesen in Hessen zuständig. Mit ihren Standorten in Darmstadt, Fulda, Gießen, Hanau, Kassel und Wiesbaden leitete sie im vergangenen Jahr über 230 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Dabei wurden Bußgelder von insgesamt über 195.000 Euro ausgesprochen.

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